Obgleich sie sich selbst den jungen Winzer zuordnen – erst 1997 wurde das Weingut gegründet – gehört Can Rich heute zu den führenden Weinproduzenten der Insel. „Es liegt erst ein kleines Stück Weg hinter uns und noch sehr viel Arbeit vor uns. Wir verfolgen unseren Pfad weiterhin mit großer Leidenschaft und Intensität, aber die guten Resultate treiben uns voran”.

Die Betreiber von Can Rich erklären die schwierige Marktsituation mit der großen Dominanz der alteingesessenen Winzer und den großen Marken, die bereits etabliert sind. Es wird so immer schwerer, eine Nische zu finden. Daher haben sie sich entschieden, eine neue Richtung einzuschlagen. „In Pionierarbeit haben wir Rebsorten auf die Insel gebracht, die hier bislang nicht zu Hause waren, wie Cabernet Sauvignon, Syrah und Merlot. Durch den gelungenen Anbau konnten wir Produkte erzeugen, die für Ibiza völlig neu und anders waren”.

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Hinzu kommt, dass sich die Inhaber von Anfang an bewusst waren, dass sie nicht in der Lage sein werden, große Massen zu produzieren und setzten ganz klar die Segel für „Qualität statt Quantität”. Im Zuge dessen war es eine sehr bewusste Entscheidung für den ökologischen Weinanbau ohne Kompromisse. „Alle Rohstoffe stammen aus eigener Produktion. Wir verwenden nur einheimische Produkte, die auf Basis organischer Landwirtschaft entstehen. Alles wächst wie in alten Zeiten, ohne Einsatz von aggressiven Produkten, Pestiziden, Herbiziden oder chemischen Düngemitteln – das ist Agrikultur, die respektvoll mit der Umwelt verkehrt”. Diese Entscheidung offenbarte sich als Vorteil: Die Anzahl der Kunden, die nach hochwertigen Bioprodukten, frei von chemischen Zusätzen, fragen, steigt stetig an.

Das derzeitige Klientel besteht aus Cateringfirmen, Hotellerie und gewerblichen Firmen und verdeutlich leider auch, dass die hiesigen Bewohner immer noch zurückhaltend auf einheimische Produkte reagieren. „Das Problem ist, dass die Ibizenker oft ihre eigenen lokalen Weine nicht zu schätzen wissen. Dieser Herausforderung stellen wir uns. Glücklicherweise scheint die neue Generation der Insel aufgeschlossener zu sein und bekennt Lokalkolorit“.

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In der Zwischenzeit setzt Can Rich seine Erfolgsstory auf dem internationalen Markt fort, sowohl in europäischen Ländern als auch in China, den USA und Japan. Hier finden nicht nur die exzellente Rotweine Absatz, sondern auch Hierbas Ibicencas. „Im Sommer ist es schwieriger, Rotwein zu verkaufen, denn dann wird nach frischen Weiß- und Roséweinen oder Schaumweinen verlangt“. In diesem Sektor wurde Can Rich bereits mit Auszeichnungen bedacht. Sowohl der Blanco Can Rich 2014, als auch der Brut Nature Blanc de Blancs wurde als bester seiner Klasse prämiert. In diesem Jahr punkten auch die Rotweine: Der Selección 2011 erhielt ein „Golden Leaf“ und der Lausos 2008 wurde in der 16. Auflage des internationalen (sehr renommierten) Weinwettbewerbes EcoRacimo ausgezeichnet.


 

Neue Produkte

Seit acht Jahren widmen sich die Winzer nun auch der Produktion von Olivenöl und konnten diese von 300 Liter auf 4000 Liter erhöhen. Mit dem Erwerb eines Stück Landes im Ses Salines Naturschutzreservat mit insgesamt 3000 Olivenbäumen wird die Produktion noch weiter anziehen und damit der großen Nachfrage gerecht.

Doch damit nicht genug: Ein Balsamico Essig komplettiert das Angebot. „Der Hauch von Balsamico im ibizenkischen Essig schafft einen neuen Charakter”. Genauso wie der Wein und das Olivenöl durch das Salz in den Salinen eine besondere Nuance erhält. Last, but not least haben die kreativen Gourmets von Can Rich noch Café Caleta geschaffen, einen Kaffeelikör aus Weinbrand, Zitronenschale und Zimt, in der Hoffnung, zwei unterschiedliche Geschmäcker anzusprechen. „Dieses Getränk kann nämlich heiß (auf traditionelle Art) oder kalt genossen werden”.

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