„Glauben Sie, dass Sie wirklich nichts erschrecken kann?
Sind Sie davon überzeugt, schon alles gesehen zu haben?
Dann kennen Sie aber noch nicht die wahre Finsternis und
wohl kaum den Horror-Zirkus."
„Bitte eintreten“, sagt Nosferatu am Eingang und provoziert bei den Besuchern gleichermaßen eine Art Schockstarre und Angstschweiß. Das stockfinstere Ambiente im Zeltinneren und ein gotischer Friedhof sind die Spektakel-Elemente, die uns auf den ersten Blick gleich dazu bringen, ängstlich nachzudenken, warum wir uns eigentlich entschieden haben, die Veranstaltung von Suso Silva zu besuchen. Der Zirkusdirektor und Preisträger des spanischen Premio Nacional de Circo 2003 besuchte Ibiza mit seinem Ensemble auf der diesjährigen Tournee vom 2. bis zum 20. Juli. Niemand ist sicher auf seinem Sitzplatz und die Show dauert fast zwei Stunden. Die Selbstkontrolle ist Grundlage, um nicht in Panik zu geraten und wir versuchen, den Verstand auszublenden und unsere Gedanken zu zügeln. Doch während wir langsam durchatmen, schleicht sich jemand von hinten heran. „Aaaaaaa, ich muss weg“, schreit meine Nachbarin angsterfüllt auf Ihrem Logenplatz, ohne daran zu denken, dass wir zwar nicht in einem Geisterhaus, aber in einem Horror-Zirkus sind.
Im Zirkus selbst kann nichts Schlimmes passieren, da die Vorstellung an alle Besucher anpasst ist und es unter der Regie von Suso auch immer einen Platz für Humor zwischen den ganzen lebenden Monstern gibt. Der Horror-Zirkus versucht, eine der geschichtsträchtigsten traditionellen Unterhaltungsformen mit einem neuen Konzept weiterzuentwickeln und möchte dem Ganzen mit seinen „Kreaturen der Nacht“ einen anderen Anstrich geben.
Verlorene Seelen, ein besessenes Kind, der mörderische Clown, der Seelenmäher oder die schwarze Witwe sind nur einige der für diese Inszenierung so charakteristischen Persönlichkeiten, die von Nosferatu, dem unheilbringenden Mädchen und insbesondere der „Süßen Sara“ angeführt werden. Alle sind Komplizen, wenn es darum geht, das Zelt mit Horroreinlagen zu unterhalten und mit dem Publikum auf eine wirklich ungemein unterhaltsame Weise zu interagieren, indem sie in manchen Momenten plötzlich spontan auftauchen.
Das einmalige körperliche Können beeindruckt durch das ganze Zirkusprogramm hindurch, wenn Persönlichkeiten wie z.B. das Phantom der Oper oder die Fledermäuse beim Publikum, mit ihrem Akrobatiktalent und Übungen, die extreme Konzentration und Gleichgewicht verlangen, Panik provozieren. Beim Abschiedstanz zeigen die Monster, dass sie bestimmt nicht die Absicht hatten, bei den Besuchern Herzattacken hervorzurufen, sondern Ihnen einfach ein paar unterhaltsame Stunden mit Freude und Emotionen schenken wollten - doch das natürlich mit dem einen oder anderen Schreck.
Nein, nein. Wir wollen weder nostalgisch sein – noch die Disukssion zwischen analog und digital wiederbeleben – sondern nur mitteilen, dass die Bar Las Dalias Donnerstags jedem die Möglichkeit gibt, seine alten Schallplatten zu entstauben...
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