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DIE RUTA DE LA SAL 2010

18. January 2010 | 00:50
Hochseeregatta für Segelboote ausgetragen im Mittelmeer.
NORD Version: anrechenbar für die Katalonien-Hochsee-Segelmeisterschaft

Veranstaltungsdatum
Donnerstag 1. bis Sonntag 4. April 2010. Osterwoche 2010.
Der Start erfolgt am 1. April um 12 Uhr in Barcelona und um 16 Uhr in Denia.
Anmeldungen
Für die Ruta de la Sal 2010 werden maximal 300 Boote zugelassen, 150 Boote pro Version. Anmeldebeginn ist Samstag, der 7. November 2009, Anmeldeschluss ist Montag, der 8. März 2010 oder in dem Moment, bei dem die maximale Teilnehmeranzahl erreicht ist. Sollte bis zum Anmeldeschluss die maximale Teilnehmerzahl nocht nicht erreicht worden sein, werden verspätete Anmeldungen angenommen. Bei verspätet eingegangenen Anmeldungen wird die Einschreibegebühr um 50% erhöht. Alle Teilnehmer werden daran erinnert, dass sie in Besitz der Lizenz des Segelverbandes (Federativa de Vela) für den Zeitraum 2010 sein müsen. ANAM (Nord Version) und RCND (Ost Version) übernehmen auf Anfrage ihre Lizenzbeantragung.
Die Einschreibung ist Pflicht und kann über die Internetadressen www.anambcn.org oder www.larutadelasal.com oder mit dem anzufordernden Anmeldeformular vorgenommen werden.

Ergänzend ein interessanter Bericht aus der Welt vom 27. März 2010:

Ein Rennen um das kostbarste Gut

Von Andreas John
Donnerstag beginnt im Mittelmeer die Salz-Regatta. Bei der Premiere dieses Wettbewerbs wurde der Sieger mit Gold ausgezahlt
Sie nannten es Oro Blanco, das weiße Gold. Salz war in früheren Zeiten, als der Kühlschrank noch nicht erfunden war, das wichtigste Mittel, um Speisen, vor allem Fleisch lagern zu können. Salz war, wenn man es nicht hatte, wertvoller als Gold. Daran erinnert jedes Jahr die Mittelmeer-Regatta "La Ruta de la Sal" (Salz-Route), die am Donnerstag wieder gestartet wird.
1500 Wassersportler auf 250 Yachten machen sich dann auf von Barcelona nach Ibiza. Historisch ist das nicht korrekt, damals ging es genau in umgekehrter Richtung, und es begann auch nicht auf Ibiza, sondern auf der Nachbarinsel Formentera - deren Hafen La Savina ist aber heute zu klein für die Zielankunft. Die Strecke jedenfalls ist angesichts der vorherrschenden Westwinde gut zu fahren, mit 160 Seemeilen ist sie weder zu lang noch zu kurz, und sie bietet jedem das Vergnügen, auch nachts zu segeln: Der Sieger wird je nach Wind 16 bis 20 Stunden brauchen.
Schwerer als der Spaß wiegt aber die Historie - die Regatta erinnert an ein echtes, hochdramatisches Rennen, das Barcelona letztlich vor einer Hungersnot gerettet hat. Pepe Ferres, der Präsident des spanischen Seglerverbandes, hat diese Episode katalanischer Geschichte eines Tages wieder entdeckt und ein Buch daraus gemacht: "Oro Blanco" heißt es - weißes Gold.
1846 sah sich Barcelona von karlistischen Truppen belagert, die gegen Spaniens Königin Isabella II. den Aufstand probten. Dabei neigten sich die Salzvorräte der Stadt dem Ende entgegen. Der Kaufmann Onofre Xifré kam schließlich auf die rettende Idee: Derjenige, der ihm als Erster das Salz der Salinen Formenteras bringen würde, sollte einen Teil seiner Ladung in Gold aufgewogen bekommen.
"Mehr als ein Dutzend Segelbesatzungen aus allen Ecken des Mittelmeeres nahmen die Herausforderung an", erzählt Ferres. Unter ihnen der arabische Edelmann Abdelkader Bousau in einer 19 Meter langen Schebeke, der griechische Seefahrer Andreas Potrus in einem 32 Meter langen Schoner sowie der französische Kapitän Marcel Paddok. Er befehligte das größte Schiff, eine 78 Meter lange Viermast-Bark, die zudem mit einer Dampfmaschine ausgestattet war.
"Alle diese Schiffe unterschieden sich natürlich beträchtlich in Größe und Form, eine Einteilung in Kategorien, wie heute bei Regatten üblich, gab es jedoch nicht", sagt Ferres. Was zählte, war die Taktik. "Ein kleineres, aber leichteres Segelschiff war einem größeren und schwereren auf dieser Wettfahrt durchaus überlegen. Die Kapitäne mussten sich also entscheiden: Mehr Salz zu laden bedeutete bei einem Sieg zwar mehr Gold, unterwegs aber auch weniger Tempo."
Der frühe Morgen des 24. Mai 1846 bot nach dem Kanonenstart sehr gute Unterhaltung. "Aus der Hafenkneipe stürzten die Mannschaften in die Ruderboote, um zu ihren vor Anker liegenden, beladenen Schiffen zu gelangen", sagt Ferres. Weitere Regeln gab es nicht. "Nur der französische Kapitän Paddok hatte sich verpflichten müssen, während der Überfahrt die Tür zum Maschinenraum zu versiegeln." Kurz nach dem Ankerlichten kam es zu den ersten Ausfällen, als ein menorquinischer Frachtensegler mit einem Schoner aus Malta kollidierte. Zwischen Formentera und Ibiza liefen zwei weitere Teilnehmer auf ein Riff. Der Rest der Flotte segelte auf vier verschiedenen Routen nach Barcelona.
Am nächsten Tag wartete Onofre Xifré bereits mit Hunderten Schaulustigen am Strand, um den Sieger zu begrüßen. Gegen Mittag zeichnete sich die Silhouette der Viermast-Bark von Marcel Paddok am Horizont ab. "Dass der Franzose tatsächlich Wort gehalten hatte und nur unter Segeln gefahren war, ist zu bezweifeln", sagt Ferres. Nur 28 Stunden waren vergangen, seitdem er aus La Savina losgesegelt war, gegen den Wind eine selbst für heutige Verhältnisse hervorragende Zeit. Doch kurz vor der Ziellinie unterlief dem vermeintlichen Betrüger ein Fehler. "Statt direkt in den Hafen einzulaufen, versuchte Paddok sein Publikum zu beeindrucken, in dem er so nah wie möglich an ihm vorbeisegelte", erzählt Ferres. Dabei lief sein Schiff auf Grund und konnte erst Tage später freigeschleppt werden.
So tauschte ein anderer sein Salz in Gold um und ließ die Belagerung der Stadt ins Leere laufen. Barcelona hielt Stand, die Sache wurde vergessen. Bis Pepe Ferres kam.

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