STYLE Kunst & Design

Villanueva, ein modernistischer Maler Ibizas

09. September 2008 | 01:44
Heute haben wir eine Verabredung mit dem aus Toledo stammenden Maler Antonio Villanueva, Erschaffer des Titelbildes für die Zeitschrift der „Festes de Jesús“. Wir treffen uns mit ihm in seiner „Nave“, einer ehemaligen Kühlhalle für Fleisch, die zurzeit sein Atelier ist. Beim Betreten der Künstlerwerkstatt, die an der Einfahrt Richtung Ibiza-Stadt dem Hafen gegenüber liegt, fallen zuerst seine abstrakt expressionistischen Bilder gleich neben einer uralten Fleischwaage, leeren Leinwänden und einer Unmenge an Malutensilien auf. „La Nave ist eines meiner Projekte aus dem Jahr 2004. Ich hatte die Absicht mein Arbeitszentrum ganz hier her zu verlegen und später wollte ich sogar ein Kulturzentrum hier entstehen lassen, um verschiedene Projekte zu fördern“, erzählt Antonio Villanueva. Tatsächlich hat der Maler seine Idee in die Tat umgesetzt und arbeitet an seinen Werken in der Lagerhalle in Koexistenz mit Musik- und Tanzgruppen sowie anderen Künstlern.
Villanueva, der auch an Kunststichen und Skulpturen arbeitet, zeigt uns ein Originalwerk aus Kunstharz, aus dessen Inneren die ibizenkische Posidonia hervorspringt. Aber zurück zu seinen Bildern, die zweifellos Züge der Aktions-Malerei tragen, erklärt er, dass „Abbildung und Leere“ kennzeichnend sind. Es ist erkennbar, dass seine Kunstwerke von der ibizenkischen Landschaft und dem berühmten Pablo Picasso, aber vor allem durch die taoistische Philosophie beeinflusst worden sind. „Die leeren Flächen auf meinen Bildern haben eine Bedeutung, denn sie sollen die Vorstellungskraft des Betrachters anregen. Tatsächlich wünsche ich mir, dass der Betrachter meiner Bilder seine eigene Interpretation entwickelt. Genau wie in der taoistischen Philosophie haben auch meine Leerflächen einen Sinn“, unterstreicht Villanueva.
Der Künstler ist nach seinem Studium in Madrid und Paris durch die ganze Welt gereist, um seine Werke in verschiedensten europäischen Ländern und in Amerika auszustellen. Jedoch hat er auf dieser Insel sein wahres Zuhause gefunden, nachdem sie ihn schon bei seinem ersten Besuch 1968 völlig fesselte. Außerdem wurden seine beiden Töchter in Ibiza geboren. Antonio Villanueva ist ein intellektueller Bohemien, von denen in einer anderen Epoche viele auf der Insel lebten und ihr einen stattlichen Kultureichtum bescherten. Deshalb zog der Maler schon vor vielen Jahren nach Santa Eulària des Riu und hatte dank des populären Treffpunktes in Sandy’s Bar Kontakt zu zahlreichen Persönlichkeiten und Künstlern wie zum Beispiel Terry Thomas, Susan und Denholm Elliott, Ángela Molina, Diana Rigg, Robert Sheckley, Graham Coughtry, Ian Galbraith, Bechtold, Urculo, Dimitrenko, Monreal, Elmir De Hory und vielen anderen.
Seine Kunstwerke haben sich entwickelt und wurden mit der Zeit ausgereifter, um sich dann zu vereinfachen und mit Farbe blitzartig zu überraschen. Letztendlich kann man bestätigen, dass Villanueva so wie seine Leinwände ein direkter, natürlicher Mensch ist, der das Leben liebt. Doch um diesen Maler besser kennenzulernen, muss man auch seinen Gesprächspausen große Beachtung schenken, da in der taoistischen Philosophie gilt, dass das Schweigen mehr sagt als Worte.
Carmen Mauri       Jürgen Bushe
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