STYLE Musik

Carl Cox

03. August 2009 | 12:17
Wir trafen Carl Cox zu einem Gespräch in der Villa, die ihm Pepe Rosello schon seit Jahren immer während der Saison zur Verfügung stellt. Carl fühlt sich hier sauwohl und genießt Pepes Gastfreundschaft sehr. Scherzend bemerkte er: Solange ich gut auflege, werde ich hier wohl weiterhin wohnen dürfen. Wenn Du mich eines Tages im Hotel Marco Polo wieder findest, dann weißt Du ja, was die Stunde geschlagen hat. Wir sind sicher – dazu wird es niemals kommen.

Carl, seit wieviel Jahren kennst Du Pepe Rosello?
Mehr als acht Jahre. Er ist ein großartiger Mensch. Es ist bewundernswert, was er vollbracht hat.

Seit wann legst Du im Space auf? Wie begann alles?
Der damalige Manger Fritz Pangratz sah mich irgendwo DJen. Ihm gefielen meine Einstellung und Musik die ich machte. Als ich das Space kennen lernte war es DER offizielle After Hour Club. Ich war also eine der Personen, die im Außenbereich des Clubs morgens um 7 Uhr auftrat statt drinnen. Die Erfahrung ins Space als einen Club zu gehen war für mich die beste Erfahrung die ich je in einem Club auf der ganzen Wellt gemacht habe. In Ibiza ging ich ins Amnesia: für mich ok. Pacha: ok. Ku: ok. Space: fantastisch!
Ich war im Space um mich dort umzuschauen. Ich liebte die Tatsache, dass es draußen sehr ruhige Musik gab und man konnte dort chillen – und drinnen Techno Musik und man konnte tanzen. Das war für mich eine tolle Erfahrung. Ich wollte immer in diesem Club spielen. Ich liebte den Club schon bevor ich in ihm DJte. Das muss ich mal ganz deutlich sagen. Die Leute glauben nämlich, dass ich einfach kam und dort spielte. Aber ich kam schon vier bis fünf Jahre lang vorher dorthin bevor ich dann dort auflegte. Als ich endlich das erste Mal im Space spielte, kamen die Leute, ihnen gefiel meine Musik und ich bekam Komplimente von ihnen. Ich hatte also schon vorher eine besondere Beziehung zu diesem Club noch bevor ich hier auflegte.

Du spieltest zunächst auf der Terrasse und erst später innen im Club.
Ja, ich wollte etwas Außergewöhnliches, nicht einfach nur in einem Club spielen, sondern meine ganze Energie ins Space einbringen. Daher füllten wir die Sunset Terrasse mit meinen einzigartigen Sessions während des Tages und drinnen waren Gast DJ’s und zusätzlich ich. Das war das Rezept.
Carl @ pool
Carl @ pool
Was hat sich dann später geändert?
Tja, dann beschlossen eines Tages Pepe und Fritz eine neue Terrasse zu bauen, sie mit einem Dach zu versehen. All right - Okay. Als wir wiederkamen sahen wir: sie hatten einen anderen Club gebaut. Es war ein massiver Wechsel. Wo wir früher maximal 3000 Leute brauchten um den Club zu füllen benötigten wir nun 5.000. So mussten wir einen neuen Stil kreieren damit die Leute ins Space kamen. Die Terrasse war jetzt überdacht, war groß, hatte einen guten Sound und es musste nun ein neues Konzept her. Wir beschlossen, neue DJ’s auftreten zu lassen.

War diese neue stylishe Terrasse für Ibiza vielleicht etwas zu modern?
Es veränderte das Gesicht des Clubs, machte es anders, als ein Club normalerweise aussieht. Im Vergleich zu Pacha oder Amnesia war es ganz unterschiedlich, etwas herausragendes. Es war ein Boutique-Club geworden. Das Space hatte damit einen Schritt in die Zukunft getan.

Welche Beziehung hast Du zur Insel Ibiza. Gibt es einen Ort, wo Du besonders gerne bist?
Ich lande immer ganz in Ruhe im Sa Trinxa. Obwohl es mittlerweile ein sehr bekannter Strand ist, ist es immer noch ein perfekter Platz um abzuhängen und zu chillen, die Musik und die Szene zu genießen – es gefällt mir dort gut. Ebenso San Miguel. An der Küste mitten im Wasser zu stehen und dem Sonnenuntergang zuzuschauen, das ist fantastisch. Und natürlich liebe ich auch die Restaurants auf Formentera.

Ich hörte dass Du eventuell im Sands ab und zu eine Jazz-Session geben willst?
Ja, das ist richtig. Ich hatte immer meine Funk, Jazz und Soul Musik – es gab nur keinen Markt dafür. Letztes Jahr hatten wir hier in der Villa in der ich mich aufhalte eine „Kitchen Session“, die von Sonica Radio übertragen wurde und die Leute waren sehr an diesem Musikstil interessiert den ich spielte. Sie wollten dies live erleben und so ging ich in’s Sands um zu sehen ob das ein geeigneter Ort dafür wäre. Es hat mir dort wirklich sehr gut gefallen. Wir arbeiten noch daran wie wir das zeitlich umsetzen können. Wir planen es eventuell dieses Jahr ein-, zweimal an einem Montag zu machen.

Ich glaube, das ist eine gute Idee.
Ja, das glaube ich auch.

Carl, vielen Dank, dass Du für uns Zeit hattest. Und vielleicht bis bald im Sands.
Jürgen Bushe      Jürgen Bushe
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