Wenn man den Zeitpunk für den ersten DJ-Mix bestimmen müsste, läge dieser – mit Aufkommen der Disco-Musik – in den 70er-Jahren. Bis dato war es üblich die „Lücke“ zwischen zwei Musikstücken mit einer Ansage zu füllen. Nun begannen Diskjockies die Beats verschiedener Songs mit derselben Geschwindigkeit kaum merklich ineinander zu mischen, was bis heute gängige Praxis ist. 1981 bekam die Langspielplatte ihre digitale Konkurrenz, die CD. Wie sein Vorbild bietet auch ein DJ-CD-Player die Möglichkeit, die Geschwindigkeit der Musik zu ändern, um die Beats zu synchronisieren. Es wurden Plattenteller „nachgebaut“ um das „Anfassen“ der Platte nachzuempfinden und damit „Scratchen“ und den „Backspin“, das schnelle Rückwärts-Abspielen der Musik, zu ermöglichen.
Eine parallele Entwicklung war die Idee mit einem Plattenspieler – und später auch mit dem CD-Spieler – die Musik auf einem Computer zu steuern. Die ersten Systeme waren mehrere tausend Euro teure Prototypen und so bekannte DJ’s wie Richie Hawtin und John Aquaviva spielten da mit.
Heute ist dieses Dj-Setup schon längst seinen Kinderschuhen entwachsen. Die Software heißt Itch von Serato oder Traktor von Native Instruments, hat 2 oder 4 Player (virtuelle Plattenspieler), Loop Funktionen, Sample Bänke und eine ausgewachsene Effekt-Unit. Zum Steuern der Software gibt es mannigfaltige Möglichkeiten von Timecode Vinyl bzw. Cd’s, über zusätzliche kleine Controller, die die Effekte und das Browsen der Musik-Libery übernehmen – so dass man nicht ständig mit der Maus am Computer „herumfummeln“ muss – bis hin zu kompletten All-in-one-Lösungen. Letztere wollen wir hier etwas genauer betrachten und zwar den Pioneer DDJ-T1 mit Traktor Pro 2 (UVP. 1099,- €).
Mit der DDJ Serie stößt nun auch Pioneer, als Marktführer für Profi-DJ-Equipment, in das Segment der DJ-Controller vor und positioniert sich mit Native Instruments (Traktor Kontrol S4) und Allen & Heath (Xone:4D) an die Spitze des Marktes.
Heute kam hier mit der Post der Pioneer DDJ-TI, die Traktor Version des Controllers, an.
Der DDJ-T1 ist ein echter Plug&Play Controller: Software auf’s Laptop installiert – Laptop via USB-Kabel mit dem Controller verbinden – vom Controller an die Stereoanlage – Strom – fertig. Party on!
Optisch erinnert das Gerät an 2 CD Spieler mit einem 4 Kanal-Mixer in der Mitte. Die Verarbeitung ist solide. Alle Regler und Button sind da und in gewohnter Pioneer Qualität. Einzigartig ist die Möglichkeit, die Laptoptastatur unter dem Controller verschwinden zu lassen. Das Gerät ist intuitiv zu bedienen und der erste „Mix“ klappt auf Anhieb. Das Synchronisieren der Beats wird, wenn man will, von der Software übernommen. Der DDJ-T1 ist für „Laptop-Djs“ das optimale Setup für Zuhause oder für die Poolparty bei Freunden. Ob es jedoch den Einzug in die großen Clubs schafft, bleibt erstmal fraglich. Nicht etwa wegen seiner Qualität, sondern eher wegen des historischen Backgrounds eines Dj’s, der es gewohnt ist Vinyl oder CD’s aufzulegen und seinen Lieblingsmixer verwenden will.
Pioneer DDJ-T1 Traktor
Die Software ist jedoch schon längst in den Clubs angekommen und durch das Wegfallen der Beatsynchronisation bleibt Zeit, um ein Set mit Loops, Sampeln und Soundeffeckten anzureichern. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und so kann es vorkommen, dass man auf der Tanzfläche plötzlich von einer virtuosen Klarinette überrascht wird, so ergreifend, dass einem eine Gänsehaut über den Rücken läuft.
Dejaying ist eben schon lange nicht mehr nur das Aneinanderreihen beatsynchroner Musik. Das Setup in den Dj-Kanzeln hat sich zu einem Musikinstrument entwickelt, dass der Kreativität eines Künstlers alle Möglichkeiten bietet, sich frei zu entfalten.
Bleibt abzuwarten wann Surround Sound in die Clubs Einzug hält und es dann möglich wird auch die „Richtung“ der Töne zu bestimmen.
Nein, nein. Wir wollen weder nostalgisch sein – noch die Disukssion zwischen analog und digital wiederbeleben – sondern nur mitteilen, dass die Bar Las Dalias Donnerstags jedem die Möglichkeit gibt, seine alten Schallplatten zu entstauben...
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