Ein paar Kilo leichter, aber aus dem hageren Gesicht strahlen die Augen heller denn je: Antonio Villanueva hat seine heftige Coviderkrankung endlich überstanden. „Es hat mein Leben verändert, mich zu einem anderen Menschen gemacht und auch mit mehr Energie versehen. Damit kann ich jetzt endlich die Sachen angehen, die wirklich wichtig sind“. Der renommierte Maler aus Toledo wurde erst vor kurzem aus der Intensivstation entlassen und kann noch nicht glauben, dass er fit genug ist, über sein größtes und ehrgeizigstes Projekt zu sprechen, welches er jetzt in Angriff nehmen wird.  Galeristen aus der ganzen Welt wollten schon seinen Nachlass erstehen, da sie ihn bereits unter den Toten wähnten. „Ich bin da – und die Zeit ist reif für mein größtes Werk“.

Antonio möchte eine Kunststiftung für die ibizenkische Bevölkerung gründen und damit den Künstlern der Insel Raum und Unterstützung bieten. „Sie machen großartige Kunst und wollen etwas erreichen, werden aber von den Institutionen nicht ausreichend unterstützt. Ich habe oft gesagt, das Ibiza dem Paradies nahe war, aber dann den falschen Weg eingeschlagen hat“. Er erinnert sich an seine Anfangszeit auf Ibiza Ende der 1960er Jahre.  In der bekannten Sandy Bar in Santa Eulalia traf er Maler wie Dmitrienko, Ian Galbraith, Erwin Bechtold, Eduardo Úrculo, Manolo Mompó, Eduard Micus, Graham Coughtry, Hans Laabs, Monreal, Zush, Mumford?. Eine kulturelle Hochzeit mit Menschen aus aller Welt, darunter große Künstler und Intellektuellen dieser Zeit. Die Straßen und Plätze waren lebendig und leuchteten in allen Farben – so wie auf Villanuevas Bildern.

Antonio arbeitet mit einer Galerie in Saint-Paul-de-Vence in Südfrankreich zusammen.  Fondation Maeght ist ein einzigartiger Ort, der die Werke der größten Künstler beheimatet und zu den (touristischen) Highlights an der Côte d’Azur zählt. „Diese Kunststiftung ist meine Inspiration“, so Villanueva, der damit das Gefühl von Kreativität nach Ibiza zurückbringen möchte – aus einer Zeit, bevor so viele Galerien schlossen.

Für die Gründung der Stiftung hat Villanueva tausende von Kunstwerken, seine eigenen und die von Künstlern wie Picasso, Braque und Cocteau und „von allen Künstlern, die hier waren oder die ich auf der ganzen Welt kennen gelernt habe“ gesammelt. Werke, die er nun den Ibizenkern schenken möchte, damit sie sie in einem Raum betrachten können, der nicht nur ein Ausstellungsraum, sondern auch ein Ort der Arbeit und des künstlerischen Lernens sein soll.

Zurzeit ist er auf der Suche nach einem Ort, der diese große Anzahl von Werken und eine große Bibliothek beherbergen kann, mit einer Gartenanlage für die Skulpturen. Gespräche mit verschiedenen kulturellen Vertretern des Consell de Ibiza und des Rathauses von Santa Eulalia laufen bereits. „Der Steinbruch in Santa Eulalia wäre perfekt“, aber noch ist nichts fix. Das Projekt liegt vollendet in den Händen der Anwälte, die Statuten und alle Papiere sind fertig: „Es steht unmittelbar bevor“.

Neben seinem Traum, der ein wirklich großes Geschenk für die Insel wäre, freut sich Villanueva auf seine neueste Arbeit: er möchte Don Quijote malen. „Es ist sehr schwierig, denn in der Kunst gibt es nur Kopie oder Revolution, und praktisch alle Maler der Welt haben Don Quijote gemalt; und an diesem Punkt meines Lebens kann ich nur noch etwas machen, was ich wirklich will!“  In Planung sind etwa 20 Werke, die sich dann als Stiche in einer Schachtel mit ausgewählten Texten vereinen. Ähnliches präsentierte er bereits mit „Tao Te King. Dialogue“ im Dezember dieses Jahres in Wien.

Außerdem hat er 125 nummerierte und signierte Drucke seines Werks „To do va bien“ an das Krankenhauses Can Misses auf Ibiza gestiftet. „Die Patienten sollen Optimismus und Farbe sehen, damit ihr Aufenthalt erträglicher wird. Die hervorragende Behandlung, die mir zu Teil wurde, die Professionalität, Großzügigkeit und Zuneigung haben mir die Bedeutung des öffentlichen Gesundheitswesens vor Augen geführt. Mir wurde das Leben gerettet!“. Antonio besitzt mehr Energie und Kreativität denn je.

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