Schon komisch, welche Typen die Musik zusammenbringt. Ein buddhistischer Rapper, ein DJ-Superstar und ein lichtscheuer Junge aus dem Hinterzimmer gründen einen der größten Dance-Acts aller Zeiten. Vielleicht nicht ganz so schräg wie bei den Rolling Stones, deren Mick Jagger einst Hospital-Portier war und Keith Richards, der als Balljunge im örtlichen Tennisclub jobbte, aber doch ziemlich außergewöhnlich.

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In diesem Monat begeht die Band ihr 20-jähriges Jubiläum als Dance-Institution mit dem speziell kompilierten Remix-Album „Faithless 2.0“, u.a. mit Avicii, Tiesto, Rudimental, Eric Prydz und Above and Beyond, die sich der Originale annahmen. Dabei wäre es fast nicht zustande gekommen. „Ich lag eines Abends im letzten Jahr in der Badewanne“, schmunzelt Sister Bliss, „und plötzlich dachte ich, fuck, bald ist unser 20-jähriges, wir sollten was tun. Als machte ich eine Liste mit Künstlern, zu denen wir ein besonderes Verhältnis haben, Leute, die uns in der Vergangenheit beeinflusst haben, mit denen ich zusammen aufgelegt habe und Acts, deren Musik wir mögen…und zack, entstand das Album.“

Neben Tiestos rasanter Version von „God is a DJ“, ist der Remix von Avicii in aller Munde. Der Superstar hat sich das legendäre „Insomnia“ vorgeknöpft, ein Stück, das in diesem Sommer für Gänsehaut allerorten gesorgt hat. „Vor einigen Jahren spielte ich auf einer Party in Stockholm, die Aviciis Manager Ash Pournouri veranstaltete. Er sagte zu mir ‚Bliss, ich habe hier dieses unglaubliche Talent, ein As im Studio, der sollte einmal einen Remix für dich machen.‘ Wir waren jedoch grad zwischen zwei Alben und so hatte ich nichts für ihn. In der Badewanne in jener Nacht fiel er mir wieder ein. Und wir lieben das, was er mit dem Track gemacht hat. Eine sehr coole Version eines Klassikers, bei dem uns immer geraten wurde, niemanden da ranzulassen. Er hat es auf eine gute Art upgedatet, dabei aber nicht so krass wie viele EDM-Platten. Und wie er Maxis Vocals gepitched hat, das ist sehr clever. Jetzt hat der Track ein ganz neues, jüngeres Publikum.“ Nicht schlecht für einen Song, der mal als B-Seite für das Album „Reverence“ gedacht war, sage ich augenzwinkernd. „Ha ha, das ist so wahr. Wir fanden „Salva Mea“ klasse, aber sahen das nicht als Dancetrack, also nahmen wir „Insomnia“ dazu als Gegengewicht. Nach einem Jahr in meinem DJ-Set merkte ich langsam, dass die Leute reagieren.“

Natürlich war der Track auch dabei, als die BBC Proms im Juli ein Special in der Royal Albert Hall veranstalteten, bei denen ein Live Orchester die größten Dance Classics spielte – kuratiert von Pete Tong und arrangiert von Jules Buckley. Ein Abend, an dem auch Ibiza-Klassiker wie Rhythm is Rhythms „Strings of Life“ und Stardusts „Music Sounds Better Than You“ im Programm waren. „Das ist mit das Beste, was ich je gesehen haben“, gesteht Sister Bliss, „Ich habe mit Jules vorher schon zusammengearbeitet. Die Energie war einfach fantastisch. Ich sprach danach mit ihm und erzählte mir, dass sich seine Musiker beim Finale von „Insomnia“ so reingehängt hatten, dass ihnen am Ende die Finger bluteten.“

Und was ist mit einem neuen Album in 2016, es gehen bereits zahlreiche Gerüchte herum? „Dranbleiben, Dan, dranbleiben.“ Und wir alle wissen, was das bedeutet.

‘Faithless 2.0’ erscheint im September

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