Es gab ein Wort, das die Ibiza-Saison 2026 wie kaum ein anderes geprägt hat: Manumission.

Für alle, die die legendären Partys der 90er-Jahre selbst erlebt hatten, ebenso wie für diejenigen, die nie dabei gewesen waren, zählte das Comeback zweifellos zu den mit größter Spannung erwarteten Events des Sommers.

Ich selbst hatte das ursprüngliche Manumission nie erlebt – entsprechend gespannt war ich darauf, was mich erwarten würde.

Schauplatz war 528 Ibiza, verteilt auf fünf verschiedene Bühnen und Welten: Murder at the Manumission Hotel, Le Theatre Pink Pussy, Roger More’s Dark Room, Hellfire in the Hong Kong Hot Tub und Bedroom Bondage à la Japonaise.

Doch konnte die Nacht dem enormen Hype tatsächlich gerecht werden?

Schon die Motel-Bühne war spektakulär: eine Art psychedelisches Puppenhaus, als lebensgroße Hotelfassade inszeniert. Darin entfaltete sich ein opulentes Spektakel aus Performern, Dragqueens und Akrobaten. Die Choreografie stammte vom britischen Star-Choreografen Sir Matthew Bourne – ein außergewöhnliches visuelles Fest voller Exzentrik und Theatralik.

Auf der Hot-Tub-Bühne wiederum brachte Carl Craig seinen unverwechselbaren Detroit-Techno-Sound mit – begleitet von Blasen, Wasser und entsprechend inszenierten Shower-Performances.

Versteckt zwischen den Bäumen übernahm das Ibiza-Kollektiv XTRA die Forest Stage. Unter dem Motto „Make Ibiza Queer Again“ präsentierte es eine neue Generation von LGBTQ+-DJs und brachte eine ganz eigene Energie in die Nacht.

Roger More’s Dark Room, kuratiert von Nick Sheehy von Pikes Ibiza, bot dagegen eine intimere und spielerische Atmosphäre – musikalisch ebenso abwechslungsreich wie der Rest des Abends.

Im Club spielte David Morales aus einer fast gottgleich über der Bühne schwebenden DJ-Booth seine Klassiker und hielt den Dancefloor in Bewegung. Zahlreiche weitere DJs waren über das gesamte Gelände verteilt, ihre Namen wurden jedoch bewusst nicht vorab in einer festen Reihenfolge veröffentlicht. Der Fokus sollte auf der Musik und dem Erlebnis liegen – nicht auf großen Headliner-Namen.

Und gefeiert wurde ausgelassen bis fast zum Morgengrauen. Was für eine Nacht.

Bei jeder einzelnen Bühne war spürbar, wie viel Gedanken, Vorbereitung und Liebe zum Detail in die Inszenierung geflossen waren.

Doch abseits der spektakulären Kulissen fiel vor allem eines auf: wie freundlich und offen das Publikum miteinander umging. Die No-Phone-Policy wurde eingehalten, ohne dass sie permanent kontrolliert werden musste. Statt auf ihre Displays zu schauen, redeten, tanzten und interagierten die Menschen miteinander – und genau das wurde zu einem wichtigen Teil des Erlebnisses.

Auch die DJs standen nicht permanent auf riesigen Bühnen im Mittelpunkt. Eine wohltuende Abwechslung. Die Tanzflächen waren nicht ausschließlich auf den DJ ausgerichtet; vielmehr gehörte die Aufmerksamkeit den außergewöhnlichen Tänzern, Performern und den fantasievoll gestalteten Bühnenwelten von Mike, Claire und dem gesamten Manumission-Team.

Natürlich gehörte auch eigens produziertes Merchandise zur Rückkehr von Manumission. Die inzwischen ikonischen I HEART MANUMISSION-Shirts und übergroßen Fächer von Fantastico Fans Ibiza sorgten dafür, dass man selbst bei den Temperaturen stilgerecht cool blieb.

Gerüchten zufolge soll Manumission im kommenden Jahr zurückkehren. Ich hoffe sehr, dass es stimmt. Denn diese Nacht hat das Potenzial, die Partykultur Ibizas nachhaltig zu verändern.

Manumission ist nicht einfach nur eine Party – es ist ein Lebensgefühl.

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