Ein Haus zu bauen oder zu renovieren ist ein ganz besonderer Prozess, bei dem es darauf ankommt, Bedürfnisse und Geschmack des Bauherrn mit ästhetischen und praktischen Überlegungen zu verbinden. Design muss sowohl Lösungen als auch Schönheit bieten, Authentizität muss immer Vorrang vor dem haben, was gerade angesagt ist. Inmitten ständig neuer Trends verlieren wir jedoch oft aus den Augen, was uns wirklich gefällt. „Die Essenz ist authentischer und unverfälschter als ein Trend“, sagt Rebeca Pérez und findet in diesem Durcheinander einen Weg – mit Projekten, die Harmonie, Stil, Schönheit und Komfort ausstrahlen.

Die ibizenkische Designerin Rebeca Pérez, Gründerin des Tabula Rasa Design Studios, kreiert seit anderthalb Dekaden wunderschöne Räume, von den Entwürfen über die Möbel bis hin zur Deko. Dabei ist es ihr wichtig, dass man „Raum lässt für das, was das Leben bringen kann, das Leben ändert sich (zum Glück!!) und es ist schön, sein Haus dem anpassen zu können“.

Schon in jungen Jahren führte sie ihr unbändiges Talent zu verschiedensten Projekten. Sie studierte Special Makeup Effects in Barcelona und arbeitete beim örtlichen Fernsehen, machte Mode, Musikvideos und Filme. Später studierte sie Innenarchitektur an der Ibiza School of Art. Zehn Jahre lang war sie Teil der Pacha-Gruppe, entwarf Sets, Kostüme, Kopfbedeckungen und Modeschmuck für Partys. Es folgten Restaurants, Boutiquen und Pacha-Franchises in Moskau, Berlin und Brasilien. Gern erinnert sie sich an diese intensive Zeit, die sie lehrte, wie man vor der Welle bleibt, mit Stress umgeht. Wie man improvisiert und jene Lösungen findet, die ein Bauprozess erfordert, der „immer stressig ist, weil es so viel zu tun gibt, man Teams koordinieren und unzählige Entscheidungen treffen muss. Es passiert ständig etwas“.

Als sie schwanger wurde, verließ sie das Pacha, und entwickelte mit dem Architekten Jaime Serra, ihrem damaligen Partner und Vater ihrer beiden Kinder, Innenarchitektur-Projekte in Atlant del Vent. Nach der Trennung von Jaime, zu dem sie bis heute ein tolles Verhältnis hat, sowohl familiär als auch beruflich, gründete Rebeca Ende 2019 ihr eigenes Studio: Tabula Rasa, dessen Name von jenem „reinen Tisch“ inspiriert ist. Dieser aufregende Neustart fiel mit dem Ausbruch der Pandemie Anfang 2020 zusammen, was Rebeca jedoch nicht davon abhielt, allein zuhaus eine Küche zu planen.

Seit der Gründung von Tabula Rasa macht sich Rebeca für die Verwendung natürlicher und handwerklicher Materialien stark – „Handwerkliches hat einen anderen Vibe“ – für nachhaltiges Bauen, bei dem die Umwelt im Blick bleibt. Sie arbeitet mit lokalen Unternehmen zusammen, mit Fachleuten wie Walter Baute aus Herrería Salvador, Magma Sólido und seiner Keramik, der Tischlerei von Albiol Modular,  mit Garten-Experte Marcos Tur und den Home-Automation-Experten des Estudio Áureo. Komfort ist ihr wichtig, Dinge, die man vielleicht nicht sieht, aber die alles am Laufen halten – Home Automation ist da perfekt,  vom Licht bis hin zum Duft eines Raumes.

Perez ist eine Ibizenkerin, deren Verstand ständig arbeitet. Ihre Arbeit, so sagt sie, ähnelt der einer Psychologin. Das letzte Projekt, erzählt sie uns mit leuchtenden Augen, war die Renovierung des mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten, portugiesischen Restaurants 100 Maneiras von Küchenchef Ljubomir Stanisic. Sie erzählt uns auch von jener Arbeit, auf die sie am meisten stolz ist, dem Haus Sa Mirada, das komplett aus Schalungsbeton besteht: „Eine echte Herausforderung, als würde man eine Skulptur modellieren, du kannst nichts falsch machen“. Sie freut sich auf die Chance, Home-Videomapping anzuwenden: „Stellen Sie sich vor, Sie essen zu Abend, während Efeu an ihrer Wand wächst“.

 

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