Simeon Friend kam 1989 das erste Mal nach Ibiza, um Urlaub zu machen. Knapp zehn Jahre später trieb ihn der Job erneut auf die Insel. Auf der Suche nach Musikevents mit Bands wie Underground und Prodigy suchte er hier im Auftrag namhafter internationaler Marken wie Kahlua und Ballentines nach passenden Acts. Zur gleichen Zeit versuchte seine Soulseele sich in seiner Heimat Südlondon als Deejay auszuleben. Ein Jahrtausend ging zu Ende und Simeon war geradezu berauscht von den Vibes auf Ibiza. „Ich weiß noch genau, wie ich im Amnesia stand und Menschen sah, die sich umarmten, weinten und dazu lief die Musik von Hill Street Blues. Ich verstand nicht, was da passierte, aber musste es unbedingt herausfinden“.

Einmal vom Ibiza Flair verzaubert, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis er nicht nur beruflich auf Ibiza die ersten Schritte unternahm, sondern auch seinen Wohnsitz hierhin verlegte. Er erkannte schnell, dass es keine globalen Events auf Ibiza gab (mit Ausnahme von MTV). Es sollte ein schweres erstes Jahr werden, er suchte Arbeit als Promotor und es gab Probleme mit fehlenden Lizenzen. Kein Wunder, dass internationale Firmen zunächst zurückhaltend auf Ibiza reagierten. Es sollte Jahre dauern, bis er den Ruf festigen konnte und mit Red Bull sich die erste Größe nach Ibiza wagte. Danach ging es aufwärts.

17 Jahre später gehören diese Anfangsschwierigkeiten der Vergangenheit an. Simeon geht nach wie vor in seinem turbulenten Job auf: Er liebt seine Kunden und die verrückten Partys, die er auf der ganzen Welt organisiert. Nichtsdestotrotz: Die Saison ist lang und hart und erst im November kehrt etwas Ruhe ein, Halloween ist immer die letzte große Party, danach heißt es durchschnaufen. Zeit für die Kinder, etwas Snowboard fahren, ein paar Städtetrips und Reisen nach Asien – das ist die Winterzeit für Simeon. Er ist angekommen auf Ibiza, es ist seine Heimat geworden und sein Leben. Trotz mancher Schwierigkeiten ist es für ihn 2017 in vielerlei Hinsicht besser: Die Insel ist professioneller und businessorientierter geworden, es gibt wunderbare Restaurants und viele gute Dienstleister. „Als wir damals Internet bekamen, stellte Telefonica so eine Art Ampel auf mit drei Farben, und nur wenn es Orange leuchtete, konntest du das Internet nutzen und musstest dich beeilen: es war crazy!“

Jetzt haben wir Hochsaison, jede Nacht ist ein Arbeitstag für Simeon. Wie gelingt es dem Club-Veteranen Familie und seinen stressigen Job unter einen Hut zu bekommen? „Ich bin nicht sicher, ob ich überhaupt jemals versucht habe, diesem Wahnsinn zu entkommen. Ich liebe diese Hektik, ich lebe täglich auf Adrenalin. Mein Lebensstil passt perfekt zu mir“

Beschreibe DEIN Ibiza in fünf Worten

„Aufregend, frustrierend, intensiv, heiß und bereichernd“