Kaum zu glauben, das Defected in the House schon siebzehn Jahre alt ist, allein schon, weil Simon Dunmores legendäres Plattenlabel so abgefahrene, junge, zeitgenössische Dancefloors rund um den Globus zum Tanzen bringt. Als Gegengewicht dazu hat Simons Glitterbox den Sound für Gelegenheits-Clubber am Start. Es ist eine Party für jene Dancemusic-Fans, denen Techno etwas zu düster ist, aber die ebenso den großen Kommerzrummel von EDM ablehnen.

„Glitterbox basiert auf der Tatsache, dass die Leute ihre Jugend heute viel länger erhalten wollen,“ erklärt Simon. „Sie gehen immer noch ab und zu in den Club, aber wollen dann nicht unbedingt die neueste Platte, den heißesten Techno-Track hören. Sie wollen die Musik, die damals in ihrem Stammclub lief. Das ist die Glitterbox-Zielgruppe, aber weil die Atmosphäre im Space so toll ist und die Musik so gut angenommen wird, ziehen wir auch ein jüngeres Publikum an.

Ein Aspekt, der die Glitterbox so besonders macht, ist die ausgefallene Bühnenproduktion. „Meine Sicht der Dinge: House ist universell,“ führt Simon aus, „Jeder ist willkommen. Wir versuchen, das im Visuellen widerzuspiegeln. Wir sehen Glitterbox im Space als schwulenfreundliche Party. Alles ist sehr strahlend und die Tänzer sind sehr stylish angezogen. Das Publikum zieht da ebenfalls mit. Ich komme aus einer Zeit, da war es etwas ganz Besonderes am Freitagabend auszugehen. Ich habe wirklich Glück, ich liebe meinen Job, aber das geht eben nicht allen so. Wenn also deine Woche stressig und zäh war, worauf freust du dich dann? Aufs Ausgehen und darauf, ein wenig Dampf abzulassen. Ein Teil des Rituals ist es, sich aufzustylen für die Nacht, die vor einem liegt.

Dabei sollte man den Stellenwert der Glitterbox-DJs nicht außer acht lassen. Ob Joey Negro, Dimitri from Paris, Kenny Dope, Basement Jaxx oder Louie Vega – Simon wählt nur DJs aus, die Ahnung von guter Musik haben. „Ich denke einfach, die Erfahrung, die diese Leute in Sachen DJing haben, findest du nirgendwo sonst. Gleichzeitig versuchen wir aber auch, neue Namen im Programm zu haben. Es ist wichtig, neue Sachen vorzustellen, damit die Line-ups frisch und interessant für die Insel sind. Dieses Jahr haben wir Eli Escobar, Fred Everything und einen jungen Typen aus Afrika namens Black Motion.“

Aufällig ist es zudem, dass die aktuelle Techno-Explosion auf Ibiza die Attraktivität von Glitterbox eher noch gesteigert hat. Als das völlige Gegenteil davon, sich von Kopf bis Fuß in schwarze Baumwolle zu hüllen, kommen die Freitagnächte im Space überaus dekadent daher. „Glitterbox hat ein bisschen was von  all den großen Club-Nächten,“ lächelt Simon. „Etwas aus der Hochzeit des Ministry of Sound, ein bisschen von der Hacienda. Es wäre vielleicht prätentiös zu sagen, wir hätten etwas vom Studio 54 oder der Paradise Garage. Diese Clubs sind Ikonen. Dennoch – wenn wir es schaffen, deren besonderen Vibe ein wenig einzufangen und widerzuspiegeln, dann haben wir alles erreicht, was wir wollten.“

Glitterbox zurück im Space – freitags vom  3. Juni bis zum 23.  September