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Die Sommersaison 2016 hat so gut wie begonnen. Wunderbare Herbst- und Wintermonate liegen hinter Ibiza, in denen wir lange ausgedehnte Mittagessen mit Freunden genossen und näher um die Feuerstellen der Fincas rückten. In lebhaften Gesprächen wurden auch die Freunde verbal herbeigezaubert, die keine Zeit zum Relaxen fanden oder nur in den langen hedonistisch geprägten Sommermonaten auf der Insel verweilen.

Mit jeder neuen Saison kommen auch neue Produkte auf den Markt.

Die Sommersalate lösen nun die Eintöpfe ab, die uns in der kalten Jahreszeit so gut geschmeckt haben und statt Gebäck und Braten freuen wir uns jetzt wieder auf frischen Fisch. Der Winterspeck hat ausgedient!

Im Sommer 2016 wird Ibiza Style gemeinsam mit mir über neue Produkte auf und von der Insel berichten. Neben den besten Landwirten und ihren Erzeugnissen werde ich aber auch verraten, was man daraus Tolles zubereiten kann. Jeden Monat werde ich etwas hier Gewachsenes, Gefangenes oder Gezüchtetes aussuchen und in ein Gericht integrieren – und Sie erhalten das Rezept als Erste!

Für mein erstes Projekt hielt ich es für eine gute Idee, mit ein paar Freunden fischen zu gehen. Die Küste bietet nicht nur schöne Fotomotive, sondern auch hervorragende Fischgründe. Die Gewässer der Insel sind bestens gefüllt und meine Buddys und ich lieben es, angeln zu gehen. Viele nutzen Angelruten, aber auch Harpunen werden gerne zur Fischjagd eingesetzt. Dieses Mal begleiteten mich Marco und Tom, zwei echte Harpunenfischer.

Harpunieren ist übrigens, entgegen der landläufigen Meinung, legal, solange man kein Tauchgerät nutzt und eine Angellizenz besitzt. Ich bin der Meinung, dass es eine der nachhaltigsten Methoden ist, Fisch zu fangen, da man genau auswählen kann, welcher Fisch erlegt wird. Es ist eine ehrliche Technik, die dem Meer und seinen Kreaturen Respekt zollt. Alle Harpunenfischer folgen einer Grundregel: Sie fangen nur den Fisch, den sie essen, wählen nur den, der von Gewicht und Größe her gefischt werden darf.

Tom, Marcos, mein Stiefsohn Jake und ich machten uns auf den Weg: mit viel Optimismus, Vorfreude auf einen guten Fang und einem leeren Sack. Durch die steigende Nachfrage und der Überfischung der Meere ist es gar nicht mehr so einfach große Fische zu erlegen. Aber es gibt sie – man muss nur wissen, wo. Das Harpunenfischen erfordert nicht zuletzt durch das Tauchen große Kenntnis über die Gewässer und Höhlen, in denen sich die Fische gerne aufhalten. Diese Orte bleiben zum Glück von den kommerziellen Fischfangmethoden verschont.

An unserem großen Tag hatten wir Glück und konnten einige Sargos fangen – auch bekannt als Geißbrassen. Dieser Fisch ist sehr stark in den Gewässern rund um Ibiza vertreten und das ganze Jahr über zu fischen. Das Fleisch ist fest, eignet sich perfekt zum Grillen, aber auch als Ceviche oder sogar als Sashimi. Der Handel verkauft Sargo aus dem Atlantik, aus dem Mittelmeer und Teilen des Indischen Ozeans, dieser Fisch schmeckt fangfrisch am besten und daher lohnt es sich, beim Fischhändler nach hiesigen Sargos zu fragen. Wer für mein Rezept keinen Sargo bekommt, der kann auf Dorsch, grauen Mullet oder Seehecht zurückgreifen.

Für mein Rezept habe ich mich für gebratene Brasse entschieden, dazu eine Fattoush aus Linsen und Rote Beete. Das unten anstehende Rezept gibt einen Vorgeschmack auf den Sommer – ich hoffe, es schmeckt Ihnen!

Linsen und Rote Beete Fattoush, gebratenes Filet von der Geißbrasse

Zutaten für 4 Portionen

  • 4 x weißes Fischfilet (150 g p.P.)
  • Der Fisch sollte filetiert, aber mit Haut sein
  • 2 Pitabrote
  • 200 g Puylinsen (eine Nacht vorher einweichen)
  • ½ Fenchelknolle, in feinen Scheiben geschnitten
  • 2 kleine Karotten, in zarte Streifen gehobelt
  • 1 kleine rote Zwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 2 Sellerie Stangen, in ganz schmale kurze Sticks geschnitten
  • 1 Handvoll frische Minze, in kleine Stücke zerrupft
  • 1 Handvoll glatte Petersilie, grob gehackt
  • 3 mittelgroße Rote Beete Knollen
  • 3 Teelöffel natives Olivenöl extra
  • 1 Teelöffel Rotweinessig (bevorzugt Cabernet Sauvignon)
  • Meersalz, schwarzer Pfeffer, Gerber-Sumach

Zubereitung

  • Den Ofen auf 220 Grad oder Gas auf Stufe 7 vorheizen
  • Rote Beete waschen und in eine kleine Backform legen
  • In Olivenöl wälzen, mit Meersalz und Pfeffer würzen
  • Mit Alufolie abdecken und für ca. 40 Minuten im Ofen garen, mit einer Gabel prüfen, ob die Knolle weich ist
  • Die Hitze des Ofens nutzen Sie auch, um das Pitabrot knusprig zu backen, dann herausnehmen und in kleine Stücke brechen – zum Abkühlen beiseitestellen.
  • Wenn die Rote Beete abgekühlt ist, die Haut abziehen und in Ecken schneiden. Während der Garzeit können Sie bereits alle anderen Zutaten nach dem Rezept zubereitet.
  • Die eingeweichten Linsen abspülen, in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und zum Kochen bringen, dann sofort von der Herdplatte ziehen.
  • In einer beschichteten Pfanne erhitzen Sie nun Olivenöl und braten den Fisch mit der Hautseite nach unten für 5 Minuten an, bis das Fleisch oben weiß wird.
  • Vermengen Sie Linsen, Zwiebeln, Karotten, Sellerie, Minze, Fenchel, Pita, Olivenöl, Essig und schmecken mit Salz und Pfeffer ab.
  • Zum Servieren platzieren Sie einen Löffel Fattoush auf einen Teller und dekorieren die Rote Beete darauf und daneben. Der Fisch kommt mit der Hautseite nach oben auf den Salat. Olivenöl und eine Prise von Sumach runden die Komposition ab.

 

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